Der Verein

   

Chronik des SC 1893 Friedrichsthal/Saar e.V.

 

Turn-Club Friedrichsthal

 

Dies war der erste offizielle Name, unter dem erstmals in Friedrichsthal ein Sport-Club organisiert wurde.

Durch die Inspiration aus den anderen umliegenden Städten, in denen Turnvereine gegründet wurden, wollte man schließlich auch in Friedrichsthal - nicht nur im kleinen privaten Kreis - den sportlichen Aktivitäten wie Turnen und Leichtathletik nachgehen.

Somit wurde am 24.Juni 1893 in einer vorbereitenden öffentlichen Sitzung ein Termin festgelegt für eine Gründungsversammlung, um den Sport in Friedrichsthal auf eine breite und vernünftige Basis zu bringen.

Am 8.Juli 1893 wurde der Turn-Club Friedrichsthal offiziell von Beamten der verschiedenen, für Friedrichsthal bekannten Glashütten, gegründet. Schon damals wurden feste Übungsstunden für Mittwoch und Samstag festgelegt. Die erste Übungsstunde fand bereits 4 Tage später - am 12.Juli 1893 - statt.

 

Der Gründer-Vorstand des Clubs

 

1. Vorsitzender   :                         Gustav Kann

2. Vorsitzender   :                         Jakob Gesse

1. Kassierer        :                         Wilhelm Zimmer

Schriftführer       :                          Philipp Heintz

1. Turnwart        :                          Johann Reuter

2. Turnwart        :                          Johann Becker

Zeugwart           :                          Friedrich Wilhelm Koch

Beisitzer             :                          Heinrich Bohrmann und

                                                      Gustav Högel

Vereinsdiener    :                           Philipp Scheuer

 

 

Jedoch, mussten schon bald wegen Amtsniederlegungen am 29. Juli 1893 Neuwahlen des Vorstandes vollzogen werden.

Der Vorstand bildete sich wie folgt:             

                                                1. Vorsitzender:     Jakob Edelmann

                                                1. Turnwart:          Gustav Kann

                                                2. Turnwart:          Johann Reuter

                                                Zeugwart:             Johann Becker

                                                Stellvertreter:        Heinrich Weil

 

 

 Jakob Edelmann, der erste Vorsitzende in der Geschichte des TV von 1893 Friedrichshtal 

 

Die sportlichen Betätigungen des noch jungen Vereins beschränkten sich lediglich auf die Sparten Geräteturnen und Leichtathletik.

Am 26.Oktober 1919 fusionierte der Turn-Verein mit dem im Jahre 1913/14 gegründeten Sport und Spielclub „Kolonie“ Friedrichsthal und bildete den neuen Verein mit Namen
Turn- und Sportvereinigung Friedrichsthal.

Nur ein Jahr später; am 2. Mai 1920; trat auch der Fußballclub „Viktoria“ der Turn- und Spielvereinigung bei. Jedoch traten die Fußballer, nach unliebsamen Zwischenfällen zwischen Fußballern und Turnern; am 23. Januar 1921 wieder aus und nannten sich fortan
Sportverein 1919.

Die Turner behielten allerdings ihren Vereinsnamen Turn- und Sportvereinigung Friedrichsthal bei. Dieser Name wurde bis ins Jahr 1924/25 beibehalten. Von diesem Zeitpunkt an nannte sich der Verein:

 

Turn-Verein von 1893 e.V. Friedrichsthal

 

 

 

Ehrenmitglieder des T.V. von 1893 Friedrichsthal

 

  Von links: Müller Jakob, Pfeilstücker Georg, Heinz Peter(Ehrenvorsitzender), Kann Gustav (1. Vorsitzender und 1. Turnwart im Jahre 1893)
 

Aufgrund einer guten und soliden Vereinsführung, bereits in den Jahren 1911/12, gab es einen großen Aufschwung in der Mitgliederzahl, wodurch der sportliche Erfolg nicht lange auf sich warten ließ, wie z.B. bei den Kreisturnfesten in Bad Kreuznach und Aschaffenburg.

Dieser Aufschwung wurde aber leider durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges abrupt beendet. Gar wurde die Mitgliederzahl um mehr als 25% dezimiert, durch die Sportler, die aus dem Krieg nicht mehr zurückkehrten.

In der Nachkriegszeit des Ersten Weltkrieges mussten die Sportler kurzerhand ins Freie ausweichen, da die Hallen und Säle von den Besatzungstruppen belegt waren. Die Sportstätte im Freien, war damals der sogenannte „Schlammweiher“.  Als die Besatzungstruppen wieder abzogen und die Sportstätten des Vereins samt Erfolgssammlungen zerstört und verwüstet waren, arbeitete sich der Verein in den Sparten Turnen, Leichtathletik und Sportspielen langsam wieder an die Spitze heran.

 

Insbesondere durch die Deutschlandweiten Erfolge der Turner und der Schlagballmannschaft wuchs die Mitgliederzahl in allen Bereichen enorm an. 

 

 

 

Kreismeisterschaft im Schlagball 1923 (Turn Verein von 1893 Friedrichsthal)

 

Durch die stetig wachsende Mitgliederzahl in allen Bereichen des Vereins wurde nun der Platz der Sportstätten zu klein. Denn bereits am 18. August 1920 beschloss man bei einer Vereinsversammlung, den Kauf einer vier Morgen großen Wiese am Kolonieschacht für den Preis von 21.600 Mark. Doch leider stellte sich diese Wiese für den Bau einer Sportstätte als nicht geeignet heraus, weshalb man am 11. Oktober 1924 ein Gelände in der „Stockbrunnerwies“ erwarb. Da diese Fläche aber nicht ausreichte, erwarb man von der Stadt weitere 45 Hektar Land für damals 1600 Franken.

Der Platz „In der Stockbrunnerwies“ wurde von den Vereinsmitgliedern in freiwilligen Arbeitsstunden zu einer schönen Anlage mit Laufbahn und weiteren Anlagen ausgebaut. Dieser Ausbau brachte dem Verein die Möglichkeit große regionale Sportfeste abzuhalten.

Nun folgte das Jahr 1935, in dem der Reichsbund für Leibesübungen von den Nationalsozialisten ausgerufen wurde. Das bedeutete, dass alle Vereine im Rahmen der sogenannten „Gleichschaltung“ ihre Eigenständigkeit verloren. Mit diesem Verlust der Eigenständigkeit, musste auch der Vereinsnamen geändert werden, und so wurde aus dem Turn-Verein von 1893 Friedrichsthal der Verein für Leibesübungen Friedrichsthal kurz VfL Friedrichsthal.

Zu dem VfL Friedrichsthal gesellten sich, außer den bereits seit Gründung des Vereins ausgeübten Sportarten, noch die Boxer und - nach Einweihung des Freibades - auch die Schwimmer hinzu.

Gerade in dieser Zeit bis zum Jahre 1942 erlangte der Verein gerade durch die Erfolge der Leichtathleten und der Boxer Aufschwung und Anerkennung im ganzen Land.

Doch auch dieses Mal beendet wieder ein Krieg (der Zweite Weltkrieg) diesen Höhenflug und den sportlichen Aufschwung des Vereins, da die meisten Sportler eingezogen wurden.

Gleich nach Beendigung des Krieges ergriffen wiederum einige Unentwegte die Initiative und versuchten das Vereinsleben wieder in Gang zu bringen. Schon im Mai 1945 nahmen die Fußballer den Spielbetrieb wieder auf. Leider konnten zu diesem Zeitpunkt nur Freundschaftsspiele mit Nachbarvereinen ausgetragen werden, weil an einen geregelten Spielbetrieb noch nicht zu denken war.

Im Februar 1946 griffen dann auch die Leichtathleten und die Handballer, sowie erstmalig die Tischtennisspieler wieder aktiv in das Geschehen ein. In der ersten Generalversammlung nach dem Krieg, am 17. Februar 1946, kam man überein, den Verein in der bisherigen Form als Omnisportverein weiterzuführen.

 

Der VfL Friedrichsthal wurde in den Sport-Club Friedrichsthal umbenannt.

 

Als erster Vorsitzender wurde Richard Rauch, der auch Bürgermeister der Stadt Friedrichsthal war, gewählt. Das Amt des 1. Vorsitzenden hatte er 10 Jahre inne.

Ein Grundsatzbeschluss aus dieser Generalversammlung legte Sinn, Zweck und Ziele des neuen Omnisportvereins fest. Ein Beschluss der teilweise heute immer noch aktuell ist:

 

„Der SC Friedrichsthal hat es ich zur Aufgabe gemacht, die gesamte sportfreudige männliche und weibliche Jugend der Gemeinde zu erfassen, zu betreuen und sportlich zu ertüchtigen. Er wünscht die sportliche Betätigung auf einer breiten Basis, weshalb, soweit Interesse besteht, Abteilungen gebildet werden. Da der Verein auf streng demokratischen Grundlagen steht, ist ihm gleichgültig, welcher politischen Richtung oder Konfession seine Mitglieder angehören. Alle Versuche, die darauf hinzielen, diese Einheit zu stören, werden von der Vereinsleitung schärfstens zurückgewiesen, einerlei von welcher Seite sie erfolgen sollten“.

 

Noch im Sommer des gleichen Jahres nahm auch die Schwimmabteilung ihre Aktivitäten wieder auf. Anfang 1947 folgte die Boxabteilung, die nur beschwerlich starten konnte, da sie während des Krieges ihren Boxring und sämtliche Geräte verlor. Die Tischtennisabteilung musste im laufenden Jahr 1947 wieder schließen, da ein akuter Mangel an Tischtennisbällen vorlag.

Bedauerlicherweise war das Geräteturnen zu dieser Zeit als staatsgefährdende Sportart noch verboten und als es 1948 wieder zugelassen wurde, fehlten die für den Turnbetrieb und die Leitung der Abteilung befähigten Leute, weil sich diese bereits anderen Sportarten zugewandt hatten. Das war wohl der Grund warum - die neben der Leichtathletik traditionsreichste Sportart - nie wieder richtig Fuß fasste.

 

Jedoch blühten die bestehenden Sparten des Vereins wieder auf und konnten schon bald wieder sportliche Erfolge verbuchen, weshalb dem SC Friedrichsthal die Ausrichtung nationaler und internationaler Veranstaltungen in Friedrichsthal zu Teil wurde.

Nun bestand also der SC Friedrichsthal aus folgenden Sparten bzw. Abteilungen.

 

 

Im Jahre 1956 übernahm Georg Hildebrandt die Vereinsführung und setzte die erfolgreiche Arbeit seines Vorgängers fort.

In den nachfolgenden Jahren erlebte die Abteilung Fußball die größten Erfolge:

-1959 Meisterschaft in der Amateurliga Saar

-über die Qualifikationsrunde Aufstieg in die zweite Liga Südwest. Dieser Klasse    gehörte die Mannschaft bis 1963 an.

Nur drei Jahre später -in der Saison 1966/67 - wurde erneut die Meisterschaft in der Landesliga erkämpft.

-Damit verbunden war der Aufstieg in die Regionalliga Südwest.

-Nach nur einem Jahr in der damaligen zweithöchsten deutschen Spielklasse wurde man 1968/69 erneut Meister der Landesliga, wodurch man wieder ein Jahr in der Regionalliga Südwest spielte.

In der Generalversammlung vom 30. Juli 1960 übernahm Walter Paulus den Vereinsvorsitz, den er nicht weniger als 21 Jahre innehatte. In seine Amtszeit fiel der Bau des Rasenplatzes, der Neubau des Umkleidegebäudes, der Bau des Vereins-Clubheims sowie die Neugestaltung des vereinseigenen Hartplatzes. 

Zu dieser Neugestaltung kam es wie folgt:

Am 22. Januar 1966 trafen sich die Mitglieder des ehemaligen Turn-Verein 1893 Friedrichsthal zu ihrer Schlussversammlung mit dem Ziel der Auflösung des Vereins, bestellten den Einberufer zu dieser Sitzung, Herrn Paul Drießler, zum Liquidator und fassten folgenden Grundsatzbeschluss:

„Auflösung des TV 1893 Friedrichsthal und Austragung aus dem Vereinsregisters. Übertragung des 44 Ar großen Geländes des Sportplatzes des TV 1893 an den Sport Club Friedrichsthal als Einbringung der Sparten Leichtathletik, Turnen und Handball“.

 

Am 17. Januar 1967 löste sich der TV 1893 Friedrichsthal schließlich auf und Übertrug das ihm gehörende Gelände des ehemaligen Turnplatzes dem SC Friedrichsthal.

Von den Teilnehmern an dieser Versammlung wurde gleichzeitig an den SC Friedrichsthal eine Bitte herangetragen. Im Andenken an den im Jahre 1893 gegründeten Verein und in Anerkennung dessen Verdienste um die Pflege der Leibesübungen in Friedrichsthal, den SC Friedrichsthal künftig in SC 1893 Friedrichthal umzuwandeln. Diesem Wunsch der ehemaligen Turner wurde selbstverständlich gerne entsprochen.
 
Die Abteilung der Boxer musste leider Ende der 50iger Jahre mangels Nachwuchs ihren Sportbetrieb einstellen. Ein weiterer Versuch in den 60iger Jahren, eine Ringerabteilung zu eröffnen scheiterte aus den gleichen Gründen.
 
Nach dem Rücktritt von Walter Paulus als Vorsitzender im November 1981, war das Amt des Vorsitzenden zunächst unbesetzt. Es war niemand bereit dieses verantwortungsvolle Amt auszuüben.
 
Schließlich wurde in der Generalversammlung am 4. Dezember 1981 die einzelnen Abteilungsleiter Rolf Becker (Fußball), Karin Becker (Leichtathletik), Günter Walter (Schwimmen), und Julius Lorenz (Handball) beauftragt gemeinsam die Vereinsführung kommissarisch zu übernehmen und so schnell wie möglich einen Vorsitz einzusetzen. Doch die Bemühungen waren vergebens.
 
Erst am 8. Juli 1983 wurde Alfred Gottfreund als 1. Vorsitzender und Günther Thome als 2. Vorsitzender in den jeweiligen Ämtern eingesetzt. Alfred Gottfreund bestreitet das Amt des 1. Vorsitzenden bis heute.

 

Im Jahre 1991 verließ die Abteilung Schwimmen den Gesamtverein. Seitdem bildet sich der SC 1893 Friedrichsthal aus folgenden Sparten:

 

 

Das neueste Ereignis des SC Friedrichsthals, dass in die Chronik des Vereins eingetragen werden muss, ist der Umbau bzw. Ausbau der kompletten Sportanlage „Am Franzschacht“. Der sogenannte Spatenstich war am 12.März 2002 um 14:00 Uhr Ortszeit und die Fertigstellung bzw. Inbetriebnahme der Anlage wurde am 13.Mai 2003 vollzogen. 

 

Spatenstich am 12.03.02 um 14:00 Uhr mit Bürgermeister Werner Cornelius, Stadtratsmiglieder der Gemeinde Friedrichsthal, sowie der Vorstandsvorsitzende des Gesamtverein SC Friedrichsthal Alfred Gottfreund, zusammen mit den beiden Abteilungsleitern Karin Becker (Leichtathletik) und Roman Kühn (Fußball).

 

2013: Seit ca. 40 Jahren stellt der SC Friedrichsthal Abt. Fußball wieder drei Aktive-Mannschaften. Nach langer Durststrecke im Jugendbereich ist es allen Verantwortlichen für die Jugendarbeit zu zuschreiben, dass der SCF auf 7 Jugendmannschaften derzeit bauen kann. Die Fußballabt.-Damen verlässt den SCF komplett und schließt sich einem anderen Verein an. 

 

Und die Geschichte wird weiter gehen..........................

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© SC 1893 Friedrichsthal e.V. Fotos: ©spektrum/Peter Franz